Szene aus Tomte Tummetott von rosenfisch Figurentheater

Das 26. kleine Figurentheaterfestival herbst-speci-spectacel

Heilige, Gnome und musikalische Vögel, mit diesen Stichworten könnte man das diesjährige herbst-speci-spectacel, das kleine Figurentheaterfestival in Hürtgenwald-Vossenack kurz und bündig zusammenfassen.

Eröffnet wurde das Festival am Freitag 15.11.2019 durch die ortsansässige Marionettenbühne De Strippkes Trekker, die mit „NUDO-Franz von Assisi“, das Leben dieses so aktuellen Heiligen beeindruckend auf die Bühne brachte.

Hervorzuheben ist dabei, dass es sich um ein gemischtes Ensemble aus älteren und jugendlichen Puppenspielern handelt, das es verstand, die Zuschauerinnen und Zuschauer im ausverkauften Theatersaal ins 12.Jahrhundert zu entführen und die radikale Wandlung eines jungen Mannes spannend und kompakt zu erzählen.

Eine gelungene Eröffnung und wohlverdienten, langanhaltenden Applaus für diese Inszenierung.

Für die Kinder, deren Eltern und Verwandten, zeigte am Samstag 16.11.2019 dann Stephan Wunsch vom rosenfisch Figurentheater /Eschweiler die berührende Geschichte vom „Tomte Tummetott“ nach Astrid Lindgren. Dem Puppenspieler gelang von Beginn seines Spiels, die fast 80 gebannt zuschauenden Kinder und Erwachsenen in sein Spiel hineinzuziehen- er erklärte anschaulich und leicht v erständlich schwedische Worte, spielte gekonnt auf einem original schwedischem Instrument, führte die Tischfiguren behutsam und geschickt, dass man selbst als Erwachsener in den wunderbaren Bann dieser nordischen Geschichte gezogen wurde.

Ganz anders dann die Abendinszenierung: „birds on strings“ – ein Experimentiertheater mit Claire Goldfarb aus Belgien, die es meisterhaft verstand auf ihrem Cello die verlockensten Töne erklingen zu lassen, die mit ihrer Stimme die Vogelgestalten becircte und umwarb. Stefan Wunsch führte diese vogelartigen Figuren mit Bravour; teils an Fäden, teils als Hand- und Großfigur- er verkörperte diese Gestalten oft bis in die kleinsten Gesten und Bewegungen. Großes Figurentheater, das dem Publikum völlige Aufmerksamkeit abverlangte und nicht mit einem Fernsehabend im gemütlichen Wohnzimmer daheim zu vergleichen war.

Ein Festival muss auch immer vom Austausch der Puppenspieler untereinander, von Begegnung und Feier begleitet werden. Diesmal war alles sehr familiär, war die Künstlerklause für die langen Abende ein zauberhafter Rückzugsort und ergänzte Spiel auf der Bühne, Anspannung und Lampenfieber, Diskussionen und freundschaftliches Beisammensein.

Wir Puppenspieler und Puppenspielerinnen wissen, dass Kultur, dass das Erlebnis von Bühne und Musik, dass der Austausch und die Auseinandersetzung mit gerade Erlebtem den Horizont von Publikum und „Künstlern“ erweitert und schärft. Dafür ein herzliches Dankeschön!

Br.Wolfgang Mauritz ofm (Festivalleitung)